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Fotografie Grundlagen – Regeln die du können (und brechen) solltest

Ich mag keine Regeln.  Regeln sind da um gebrochen zu werden. Aber Fotografie Grundlagen ohne ein paar Regeln funktioniert nicht. Denn um sie richtig brechen zu können, muss man sie erst mal richtig gut kennen. Denn nichts ist schlimmer, als Fotografie Regeln, die man unabsichtlich bricht.

Es ist ein bisschen wie in Hollywood. Wer eine Regel unabsichtlich bricht ist meist etwas peinlich. Oder fliegt irgendwie aufs Maul.
Wer eine Regel aber mit voller Absicht und gezielt bricht, ist meist der Rockstar. Richtig?

So ähnlich ist das auch mit den Regeln in der Fotografie.

Wer Fotografie Regeln bricht, weil er sie nicht kennt und auf gut Glück drauf los knipst, kommt meist nicht so recht vom Fleck. Wer aber die Regeln der Fotografie beherrscht und sie dann zu seinem Vorteil bricht, biegt, dehnt und sie als Stilmittel benutzt, findet seinen eigenen, unverkennbaren Stil. Und mit etwas Glück auch noch viele Andere, denen dieser Stil gefällt 😉

Also kümmern wir uns heute um eine Handvoll dieser Regeln, die du durchaus kennen solltest.

Damit du sie nach belieben brechen kannst!

1. Die Mutter aller Fotografie Regeln – Die Drittelregel

Wenn du von ihr noch nicht gehört hast, dann hat das einen großen Vorteil – du weißt, du stehst noch ganz am Anfang. Das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Du hast vermutlich noch keinerlei Halbwissen als Grundlage, denn falsch gelerntes umzulernen ist immer viel schwieriger, als Neues zu lernen. Also freu dich.

Kurz erklärt ist die Drittelregel eine einfache geometrische Grundlagenregel nach der Fotos aufgebaut werden können.

Dafür gibt es auch immer diese Gitter, die man in den Kameras einblenden kann (die kommen in unterschiedlichsten Farben und Formen, aber das Drittel Gitter ist immer dabei.

Fotografie Regeln - die Drittelregel

An diesem Bild sieht man sehr schön, wofür die Drittelregel gut sein kann.
Sie gibt einen Anhaltspunkt, wie man ein Foto gestalten kann. Durch die Drittel ergeben sich 9 Flächen. In jeder dieser 9 Flächen kann man das Hauptmotiv platzieren. Oder an den Schnittpunkten der Linien.

Dadurch ergeben sich viele Gestaltungsmöglichkeiten damit ein Foto nicht zu langweilig aussieht.

Es gibt allerdings auch noch eine lange Reihe anderer geometrischer Gestaltungsformen und Regeln die wir im Basiskurs ganz genau durchnehmen, inklusive Übungen dazu.

2. Lange Brennweiten für Portraitfotos

Eine sehr oft gehörte Regel in der Portraitfotografie dreht sich um die richtige Brennweite für ein Portrait.

Am häufigsten wist du dabei hören „85mm oder länger ist optimal“. Manche empfehlen eher um die 100-120mm, manche etwas darunter, aber die meisten sind sich einig – kurze Brennweiten (unter 50mm) sind für Portaitfotografie nicht geeignet.

Das hat auch einen nachvollziehbaren, logischen Grund. Je kürzer die Brennweite, desto mehr verzerrt das Gesicht. Es wird an den Seiten schmäler, dafür die Nase größer,… Es ist nicht mehr so wirklich 1:1 das Gesicht, das du im echten Leben vor dir hast.

Deswegen sagt man für Portraits, die den Menschen möglichst „korrekt“ in seinen Proportionen wiedergeben sollen, lieber lange Brennweiten verwenden.

Kurze Brennweiten können allerdings sehr gut als Stilmittel eingesetzt werden.

Platon z.b. war mutig genug seine „Leaders of the World“ Serie mit 24mm Brennweite zu fotografieren.

Die meisten Fotografen hätten ihn dafür wohl für verrückt erklärt. Wäre er nicht so anerkannt, hätten vermutlich zu viele ihm nachgesagt, er habe ja keine Ahnung was er da tut. Aber hey, es ist Platon, da traut man sich dann doch meist nicht, richtig?

Ich habe meine „Väter“ Portraits ebenfalls großteils mit 28-35mm fotografiert.

Warum? Weil eine kürzere Brennweite zwar etwas verzerrt, dafür aber mehr Nähe transportiert. Man muss mit dem Objektiv näher ran. Und das spürt man auch im Bild.

Kurz – sei dir der Tatsache bewußt, dass die Brennweite großen Einfluss auf die Darstellung des Gesichts hat. Welche du am Ende verwenden willst hängt nicht zuletzt davon ab, welche Sprache deine Bilder sprechen sollen.

 

Christian Anderl
Christian Anderl
Shootcamp.at Gründer, Papa, Fotograf, Speaker. Ich mag Menschen viel lieber als Fotografie. Kameras sind ein Werkzeug um mit Menschen zu arbeiten, nie umgekehrt. Ich bin überzeugt, das Leben macht mehr Spaß, wenn man das was man tut nicht nur für sich selbst, sondern vor Allem für andere tut. Shootcamp ist der Beweis meiner These ;-)
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