Wo holst du dir deine „Inspirationen”?

Zum einen natürlich von anderen Fotografen, Künstlern, Unternehmern usw deren Arbeiten mich motivieren oder inspirieren. Ein kleines “Best of” hab ich mal bei dieser Frage zusammengestellt.

Aber weil Betriebsblindheit eine garnicht so ungefährliche Falle ist, insbesondere wenn man in einer Kreativwirtschaft tätig ist (Kreativwirtschaft ist übrigens ein fürchterliches Wort. Fast schon paradox) beschränkt sich das natürlich nicht nur auf andere Fotografen. Im Gegenteil, ich glaub die meiste Inspiration findet man außerhalb. Und wo? Sprichwörtlich überall. Bei der Hunderunde, bei Freunden, beim Kartfahren, in so ziemlich jeder erdenklichen Situation kann Inspiration versteckt sein. Man muss nur dafür offen sein. Grad wenn sich Steuer und Sozialversicherung wieder mal darum streiten, wer das letzte Hemd nun wirklich bekommen soll, verläuft man sich recht schnell mal im Hamsterrad und die Inspiration bleibt auf der Strecke.

Trotzdem oder grad deswegen muss man regelmäßig dafür sorgen, nicht zu fotografieren. Einfach mal die Kamera und alles was dazugehört für ein paar Tage oder sogar Wochen beiseite legen und wieder mal einfach leben. Fotografieren ist bei weitem nicht nur Technik bedienen und Regeln kennen und ausführen. Ganz im Gegenteil, das ist meiner Meinung nach nur ein Bruchteil des Jobs. Und Regeln sind meistens nur zum brechen da. Fotografieren heißt Visionen haben und umsetzen können. Vorstellungskraft besitzen und technisch in der Lage sein diese in Bilder zu packen. Sehen. Und wer sich nicht die Zeit nimmt sich umzuschauen, der sieht auch nichts. Ansel Adams hat das mal sehr gut auf den Punkt gebracht:

“You don’t make a photograph just with a camera. You bring to the act of photography all the pictures you have seen, the books you have read, the music you have heard, the people you have loved.” – Ansel Adams

Ich fand z.b. auch den TED Talk von Stefan Sagmeister zu dem Thema sehr inspirierend und hab diesen Artikel “Do less = Do more” daraufhin geschrieben. Auch als “self-reminder”.

Ich kanns schon hören. Hab ich ja selbst auch gesagt. “Und wie soll ich mir das bitte leisten können?!“. Klar, die Version von Sagmeister braucht schon eine finanzielle Grundlage. Aber es muss ja nicht gleich so lang und intensiv sein. Ich nehme mir z.b. jedes Jahr ca. ein Monat Auszeit. Je nach Möglichkeiten 4-6 Wochen. Nachdem ich sehr viel mit Agenturen arbeite die im Winter ohnehin dicht machen, dacht ich mir irgendwann, mach ich halt auch dicht und arbeite davor und danach einfach mehr. In den letzten Jahren zum surfen in Bali, Sommer 2013 um meinen neugeborenen Sohn erst mal anständig zu begrüßen, was auch immer, es hat nichts mit Arbeit zu tun. Aus meiner Erfahrung “vergißt” man nach ca. 4 Wochen was man eigentlich tut. Und das schafft enorme Freiräume für neue Ideen, man sieht wieder mehr, spürt wieder mehr und kann mit wesentlich weniger Anstrengung viel mehr leisten. Ab da wird so ziemlich alles rundherum zur Inspiration. Die Sonne scheint – Inspiration. Wolkendecke, graues Wetter, Nieselregen – Inspiration. Man kann in oder nach einer anständigen Pause fast nicht nicht inspiriert werden :-) Was zwangsläufig dazu führt, dass man den Verdienstausfall den man in dem Monat hatte, ganz einfach wieder kompensiert wenn man von der Pause zurück ist.

Gönnt man sich keine Pausen, wird die Arbeit immer anstrengender, man bemüht sich und strampelt, der output sinkt aber stetig. Bis man irgendwann nur noch wie ein Irrer schuftet, für relativ wenig oder wenig zufriedenstellenden Output. Und das war ja wohl wirklich nicht die ursprüngliche Idee als wir uns selbstständig gemacht haben.

Also einfach durchatmen, Pausen gönnen. Oder wie mein engster Freund und eine meiner größten Inspirationsquellen kürzlich zu mir in einem Moment völliger Überarbeitung und “Erblindung” gesagt hat – “Einfach schwimmen” ;-)

Übrigens, noch eine Buchempfehlung: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen

 

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